Abschlussveranstaltung der Nunca Mais Brasilientage: Erinnerungskultur und Gerechtigkeit in Brasilien

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Das Podiumsgespräch „Erinnerungskultur und Gerechtigkeit in Brasilien“ am 27.12.2015 im Ibero-Amerikanischen Institut bildete den offiziellen Abschluss der Nunca Mais Brasilientage. Continue lendo

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Veranstaltung: Erinnerungskultur und Gerechtigkeit in Brasilien

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03_Monumento_Tortura_Nunca_Mais_Recife_Rejane_BarretoWann: Dienstag, 27.10.2015 , 19.00 Uhr

Wo: Ibero-Amerikanisches Institut (IAI) – Preußischer Kulturbesitz |
Potsdamer Straße 37 | 10785 Berlin |Simón-Bolívar-Saal.

Wer: Diskussion mit Vera Paiva, Psychologin, Universidade de São Paulo, seit den 1970er Jahren Menschenrechtsaktivistin und Fernanda Ferreira Pradal, Núcleo de Direitos Humanos – PUC-Rio, Aktivistin der Bewegung Ocupa DOPS

Moderation: Sara Fremberg

Eintritt: frei

Sprachen: Portugiesisch – Deutsch (simultan)

Mehr als 50 Jahre nach dem Militärputsch befindet sich Brasilien in der Auseinandersetzung mit den Verbrechen der zivil-militärischen Diktatur (1964-1985). Im Dezember 2014  veröffentlichte die Nationale Wahrheitskommission ihren Abschlussbericht.
Während Militärs und konservative Kräfte der Gesellschaft sich einer Aufarbeitung widersetzen, fordern staatliche und zivilgesellschaftliche Organisationen Gerechtigkeit ein.

Mit finanzieller Unterstützung durch die Friedrich-Ebert-Stiftung und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Brasilianische Filmtage im WOKI, Bonn – 15 und 17.07.14

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Di 15.7. 2014, 18:30 Uhr |

„Que Bom Te Ver Viva” – How nice to see you alive (1989)

Regie: Lúcia Murat (100 min.), OmeU,

 

Di 15.7. 2014, 20:45 Uhr |

„O Dia que Durou 21 Anos” | The day that lasted 21 years (2012),

Regie: Camilo Tavares (73 min.), OmeU |

UND

„Verdade 12.528“ | Truth 12.528 (2013)

Regie: Paula Sacchetta und Peu Robles (55 min.), OmeU

 

Do 17. Juli 2014, 18:30 Uhr |

„Diário de Uma Busca” | Diary, Letters, Revolutions (2010)

Regie: Flávia Castro (108 min.), OmeU

 

Do 17. Juli 2014, 20:45 Uhr |

„Cidadão Boilesen” | Citizen Boilesen (2009)

Regie: Chaim Litewski (92 min.), OmeU

 

Wo: WOKI Filmpalast und Atelier

Bertha-von-Suttner-Platz 1-7
53111 Bonn

Veranstaltung: Das Verschwinden der Guerrilla-KämpferInnen von Araguaia Vergangenheitspolitik in Brasilien – 50 Jahre nach dem Putsch

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Datum: 19.06
Zeit: 19.30 Uhr
Ort: Rosa Luxemburg Stiftung, Franz Mehring Platz 1, Seminarraum 3 (1.
Stock)

Anfang der 1970er Jahre war im brasilianischen Amazonasgebiet eine
Guerillagruppe aktiv. Ihr Ziel war es, den Widerstand gegen die
Militärdiktatur von einer ländlichen Region aus zu organisieren, die
gerade durch Straßen und Bergbau erschlossen wurde. Ende 1974 fielen die
Gueriller@s der Region des Araguaia-Flusses den brasilianischen Militärs
zum Opfer – und “verschwanden”.

Über die Guerrilla von Araguaia ist in Deutschland wenig bekannt. In
Brasilien ist sie nicht nur für eine linke Geschichtsschreibung, sondern
auch für die Aufarbeitung der Vergangenheit im Rahmen der aktuellen
Wahrheitskommissionen zentral.
Zum einen markierte das Auslöschen der Guerrilla von Araguaia einen
Wendepunkt in der Repression der brasilianischen Militärdiktatur: Die
Politik der Folter, der politischen Gefangenschaft und der gezielten
Morde wurde überschritten und die Politik des Verschwindenlassens hier
allgemein und systematisch angewandt.

Bis heute sind die meisten Körper von 70 bis 80 Guerilla-KämpferInnen
noch nicht gefunden worden. Der Interamerikanische
Menschenrechtsgerichtshof hat Brasilien 2010 dazu verurteilt, die
Geschehnisse aufzuklären, die sterblichen Überreste zu suchen und den
Familienangehörigen zu übergeben, Strafverfahren gegen die
Verantwortlichen zu führen und die Gesetzgebung so zu reformieren, dass
dies alles auch möglich ist. Der “Fall Araguaia” wurde so auch zu einem
zentralen Fall für den Kampf gegen das Amnestiegesetz und die
Straffreiheit in Brasilien.

In der Veranstaltung wird Janaina Teles über die Geschichte der Guerilla
von Araguaia berichten und deren Bedeutung für die aktuelle
Vergangenheitspolitik in Brasilien zur Diskussion stellen.

Janaina Teles ist Historikerin und forscht seit vielen Jahren zur
Geschichte der Militärdiktatur und der Repression in Brasilien – und hat
auch die Geschichte der Guerrilla von Araguaia aufgearbeitet. Ihre
Familie war selbst von Folter, politischer Gefangenschaft und
Kindesentführung betroffen und hat sich zur Wehr gesetzt – und
erfolgreich eine Zivilklage gegen ihren Folterer Carlos Ustra geführt.

Referentin: Janaina Teles

Referentin: Janaina Teles

Die Veranstaltung wird konsekutiv übersetzt

Eine Veranstaltung in Kooperation des FDCL (Forschungs- und
Dokumentationsstelle Chile Lateinamerika), der Rosa Luxemburg Stiftung
und des Lateinamerika-Instituts der FU Berlin

Nunca Mais – Polizeigewalt in der Favela

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Eine Podiumsdiskussion im Haus der Demokratie und Menschenrechte

Am 29.05. fand im Haus der Demokratie und Menschenrechte die Veranstaltung „Wo ist Amarildo? Befriedung oder Demokratisierung I Polizeigewalt in Favelas von Rio de Janeiro statt. Wider Befürchtung (Feiertag und verlängertes Wochenende) war der Robert-Havemann-Saal fast voll, unter der Beteiligung von 60- 70 BesucherInnen sprachen Jailson de Souza e Silva vom Observatório de Favelas, seine Frau Eliana Silva von den Redes da Maré einer seit Wochen von der brasilianischen Armee besetzten Favela sowie Heiner Busch, Redakteur der Zeitschrift CILIP für Bürgerrechte und Polizei. Die Veranstaltung wurde moderiert von Lutz Taufer, Vorstand Weltfriedensdienst, der selbst 12 Jahre in Favelas von Rio gearbeitet hatte, und von Sarita Brandt und Bärbel Dielmann verdolmetscht.

Eliana und Jailson, die beiden brasilianischen Gäste, legten großen Wert auf eine differenzierte Darstellung der Favela. „Die Menschen in der Favela sind nicht nur Opfer, sie verfügen über viel Kompetenz, Talente, Zielstrebigkeit, improvisationsfähigkeit und Zukunftshoffnung.“ Jailson: „Im brasilianischen Mittelstand gibt es massive rassistische Vorurteile gegen die Favelados: sie seien alle kriminell und dumm. Der Mittelstand, die Eliten fürchten nichts mehr als die Verringerung der sozialen Kluft zwischen Arm und Schwarz auf der einen, und Reich und Weiß auf der anderen Seite. Gegen die gesetzliche Einführung einer Quote, die auch armen und schwarzen Jugendlichen den Zugang zur Universität garantiert, wie vor ein paar Jahren geschehen, liefen die privilegierten Schichten Sturm.“ Um diesem Zerrbild einen ersten, realitätsadäquate Eindruck entgegenzusetzen hatten Eliana und Jailson ein Video mit zahlreichen Favela-Szenen mitgebracht.


Kinder, Frauen, Männer, ihr Alltag, ihr Kampf und ihre Freude und am Ende der Krieg. Polizei, Maschinenpistolen, Demonstrationen gegen die von der Militärpolizei ermordeten Favelados. Juni 2010 war Militärpolizei in die Favela eingedrungen und schoss wahllos auf Erwachsene, Schulkinder, Kleinkinder. Rache für einen toten Polizisten. 2013 wiederholt sich die Chacina, wie diese immer wieder durchgeführten Massaker heißen, ein Polizist war getötet worden, es bleiben zehn tote Favelados zurück. Amnesty International kritisiert in ihrem Jahresbericht 2013 diese „summarische Exekutionen“, auch Rita Maria Kehl, eines der sieben von der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff ernannten Mitglieder der Nationalen Wahrheitskommission berichtete uns auf der Frankfurter Buchmesse von diesen Chacinas. Jailson“ „ Wir erleben einen Genozid an den jungen, männlichen und armen Afrodescendenstes, die Zahl der von der Polizei getöteten weißen Jugendlichen ist rückläufig, die Zahl der schwarzen getöteten Jugendlichen nimmt ständig zu. Die Militärpolizei ist im Geist einer militärischen Streitmacht ausgebildet, für sie gibt es nur Freund oder Feind. Und die Favela-Bevölkerung ist die Bevölkerung des Feindes, des Narcotrafico.“ Ist der Vergleich mit dem Vorgehen der SS und der Wehrmacht gegen die Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten unzulässig? Ich fürchte es gibt Parallelen. Bis vor kurzem hat die brasilianische Gesellschaft gleichmütig zugesehen, auch die europäische Linke ist sehr zurückhaltend.

Eliana berichtet von der Phase Pré-UPP, also die Wochen und Monate, wo Maré wusste, dass die „Befriedungspolizei“ UPP im Maré einrücken würde. Dies geschah im März 2014. „Die Redes da Maré, das Observatório de favelas und das Büro von Amnesty International schlossen eine Partnerschaft, um das agieren der UPP in Maré zu begleiten und zu dokumentieren. Die Erfassung und Dokumentation von Schießereien, Beschimpfungen, Respektlosigkeiten und grausames Vorgehen erfolgte von Journalisten und Fotografen mit Unterstützung der Bevölkerung. In der Kampagne „Somos da Maré e Temos Direitos“ (Wir sind aus Maré und haben Rechte) wurden die Bewohner*innen auf die Implementierung der UPP vorbereitet, indem sie über ihre Rechte aufgeklärt wurden, z.B. Hausdurchsuchung nur mit Durchsuchungsbefehl. Tausende entsprechende Merkzettel wurden verteilt. Wir haben zu zahllosen Themen gearbeitet: ‚Warum ist die Polizei so gewalttätig?‘; ‚Vom Recht auf Bildung in der Favela‘; ‚Nacht des Terrors in der Maré‘; ‚Maré will Frieden‘ und viele andere mehr.“

Jailson: „Die UPP ist ein Schritt in die richtige Richtung, weg von der Ausrottungspolitik, aber es reicht nicht, wenn das Militärkommando des Narcotrafico durch das Militärkommando der UPP ersetzt wird. Die Favelabewohner*innen müssen zu Bürgerinnen und Bürgern Brasiliens werden, mit allen Rechten auf Bildung, Gesundheit, öffentliche Sicherheit, und vieles anderes mehr, was ein ganz normales Stadtviertel ausmacht. Wir wollen die soziale Kontrolle der UPPs durch die Favelados.“

Heiner Busch, dem für sein Kommen zu einer für ihn nicht ganz einfachen Materie besonders zu danken ist, betonte, dass er sehr vorsichtig sei mit dem Herstellen von Parallelen zwischen der Situation in der brasilianischen Favela und den dortigen Demokratisierungsbemühungen und entsprechenden Bemühungen in Europa. Ursprünglich habe es im Nachkriegsdeutschland seitens der Alliierten Bemühungen gegeben, die Polizei im kommunalen Bereich, also näher bei den Bürger*innen aufzubauen. Dies wurde durch Entscheidungen der deutschen Politik zu Fall gebracht. Das Thema Partizipation der Bürger*innen war in den letzten Jahrzehnten immer wieder präsent, stieß aber immer auf heftigen Widerstand seitens der Politik und der Polizeiführung. Bereits die Durchsetzung kleiner Schritte wie etwa das Namensschild an der Uniform konnte nur in langen Kämpfen durchgesetzt werden.

Das Publikum, das sich für das sehr aktuelle Thema interessierte, war auffallend jünger als in den anderen Veranstaltungen im Rahmen der Nunca Mais Brasilientage, es war weniger Brasilien-Expertise vertreten, dafür viel Wissensdurst und Empathie. In zahlreichen Fragen und Antworten wurde die Thematik weiter ausgeleuchtet. Nach 2 ½ Stunden schließlich die Endrunde: Heiner Busch: „Lasst uns zu den Public Viewings gehen und dort aufklären und protestieren über die Zustände in den Favelas, auch wenn wir uns damit vielleicht unbeliebt machen.“ Eliana und Jailson: „Lasst uns von der FIFA fordern, dass sie mit einem Teil ihrer Gewinne die zahllosen kleinen Fußballschulen, die es in jeder Favela gibt, zu fördern.“ Lutz Taufer: „Wir sollten bis zur Olympiade 2016 denken, wo wieder gigantische Gewinne gemacht werden. Wir sollten darüber nachdenken, FIFA und IOC aufzufordern, einen deutlichen Teil ihrer Gewinne an einen Entwicklungsfond, eine Art Marshall-Plan für Favelas, abzutreten.“

Wir danken dem Weltfriedensdienst, Misereor und der Stiftung Umverteilen für ihr Engagement, das diese Veranstaltung zu einem stark nachgefragten Thema erst möglich gemacht hat.

Lutz Taufer

Umweltaktivisten und Menschenrechtler fordern Aufkündigung des deutsch-brasilianischen Atomvertrags

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Unter dem Titel “Strahlende Geschäfte – Das deutsch-brasilianische Atomabenteuer” diskutierten am 8. April die zwei brasilianischen Soziologen und Umweltaktivisten, Chico Whitaker und Marijane Lisboa, und der Grünen Politiker und ehemalige Umweltminister Jürgen Trittin in der Heinrich-Böll-Stiftung.

Podiumsdiskussion "Strahlende Geschäfte" am 8. April in Berlin, Marijane Lisboa, Dawid Bartelt (Moderation), Chico Whitaker, Jürgen Trittin

Podiumsdiskussion “Strahlende Geschäfte” am 8. April in Berlin, Marijane Lisboa, Dawid Bartelt (Moderation), Chico Whitaker, Jürgen Trittin

Im erdrutschgefährdeten Gebiet zwischen den größten Städten Brasiliens, Rio de Janeiro und São Paulo, entsteht derzeit Brasiliens drittes Atomkraftwerk. Während der Militärdiktatur geplant, soll die Anlage Angra 3 jetzt fertiggestellt werden. 1975 schloss die Bundesregierung mit der brasilianischen Militärregierung ein Atomabkommen, welches den Ausbau weiterer Reaktoren und Urananreicherungsanlagen vorsah.

Während Marijane Lisboa eindringlich die Menschenrechtsverletzungen in  der Nähe der einzigen Uranmine Brasiliens schilderte, forderte der Gründer des Weltsozialforums, Chico Whitaker, die deutsche Zivilgesellschaft zum Handeln auf: „Ihr habt in Deutschland eine aufmerksame Öffentlichkeit. Helft uns, dieses Abkommen zur beenden. Wir brauchen und wollen es nicht!“ Die Kündigung des bilateralen Abkommens könne ein Signal für Brasilien sein, dass 2014, 50 Jahre nach dem Militärputsch, Projekte und Vorstellungen der damaligen Militärregierung und ihr Fortwirken bis in die Gegenwart aufgedeckt und aufgearbeitet werden.

Podiumsdiskussion "Strahlende Geschäfte" am 8. April in Berlin, Jürgen Trittin

Podiumsdiskussion “Strahlende Geschäfte” am 8. April in Berlin, Jürgen Trittin

„Die deutsche Regierung hat bis November diesen Jahres die Chance, die Kündigung des Vertrags in die Wege zu leiten. Das wäre ein wichtiges Zeichen, den Ausstieg aus der Kernenergie konsequent durchzuführen“, schloss Jürgen Trittin unter Applaus Applaus des Publikums.

Kinoabend und Podiusmdiskussion zur “Operation Condor” waren Publikumsmagneten der Nunca Mais Brasilientage

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Es waren die Veranstaltungen zur “Operation Condor”, die in Berlin unter den Einzelveranstaltungen der Nunca Mais Brasilientage das meiste Publikum anzogen. Etwa 250 Besucherinnen und Besucher wolltem mehr wissen über die Operation, im Rahmen derer Geheimdienste und Militärs der lateinamerikanischen Diktaturen in den 70er Jahren  des 20. Jahrhunderts bei der grenzübergreifenden Verfolgung und Eliminierung Oppositioneller eng zusammengearbeitet hatten.

Bereits 2007 war Roberto Maders Film “Condor” in die brasilianischen Kinos gekommen, in Deutschland wurde er am 2. April uraufgeführt. An Aktualität hatte der Film nichts verloren, besonders die Interviews mit Pinochets Sohn (“es gab keine Alternative zum Putsch 1973”) und mit dem “Gründer” der Operation, Manuel Contreras, haben historische Bedeutung. Dreist schob Contreras die gesamte Schuld an den von seinem Geheimdienst DINA ausgeführten Morden der CIA in die Schuhe und berief sich auf Befehlsnotstand.

Die am nachfolgenden Tag stattfindende Podiumsdiskussion im Iberoamerikanischen Institut fragte nach Ursprüngen und Hintergründen, nach Aufarbeitung und neueren Erkenntnissen zu diesem transnationalen staatsterroristischen Netzwerk. Schon vor dem Gründungsjahr 1975 gab es eine Zusammenarbeit der Geheimdienste. In der Ausbildung über Foltertechniken, der logistischen Unterstützung der Staatsstreiche (Bolivien 1971, Chile 1973, Uruguay/Argentinien 1976) bis hin zur Entführung und Ermordung “Subversiver” waren immer auch brasilianische Militärs mit ihrer „dienstältesten“ Diktatur präsent und dabei aber stets auf ein gutes Image im Ausland bedacht.

Aus der Perspektive Argentiniens, Brasiliens und Chile wurden Gräueltaten ebenso wie die spätere Aufarbeitung von Menschenrechtsverbrechen beleuchtet: der brasilianische Schriftsteller und Journalist Dr. Flavio Aguiar ging auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Staatsstreiche ein  (Brasilien als „Entwicklungsdiktatur“) und analysierte, warum die brasilianische Aufarbeitung der Geschichte im Vergleich zu Argentinien oder Chile nachhinkend und weniger intensiv von statten geht. Zu stark seien die Militärs bis heute im Sattel. Unrechtsbewusstsein hätten sie bis heute nicht. Im Gegenteil sähen sie sich noch immer als Retter und Wohltäter der Nation. Andererseits sei der Druck zu schwach und das Interesse der Zivilgesellschaft an einer Strafverfolgung der Militärs zu gering.

Die 1. Vorsitzende des FDCL und Rechtsanwältin Petra Schlagenhauf suchte in ihrem Beitrag unter anderem nach deutschen Verbindungen zu der Operation und benannte dabei die Colonia Dignidad. Hauptvorwurf an die damalige Bundesregierung: sie sei sehr gut über die Machenschaften der Geheimdienste und Todesschwadronen informiert gewesen und hätte aus reinem Wirtschaftsinteresse heraus nichts beziehungsweise zu wenig unternommen.

Wolfgang Kaleck und Petra Schlagenhauf bei der Podiumsdiskussion "Die langen Schatten der Operation Condor in Argentinien, Brasilien und Chile" am 3.4.2014 in Berlin

Wolfgang Kaleck und Petra Schlagenhauf bei der Podiumsdiskussion “Die langen Schatten der Operation Condor in Argentinien, Brasilien und Chile” am 3.4.2014 in Berlin

Dr. Hansch, Präsident der Alexander-von-Humboldt-Gesellschaft Berlin, war als Attaché in der Zeit der argentinischen Militärdiktatur an der DDR-Botschaft in Buenos Aires tätig. Sein Anliegen war es, die Rolle der USA bei den zahlreichen Putschs im 20. Jahrhundert herauszustellen. Der Berliner Menschenrechtler und Snowden-Anwalt Wolfgang Kaleck drängte darauf, den Blick über die Operation Condor hinaus auf den Kontext und die gegenwärtige Phase der Aufarbeitung zu richten. Beispielhaft gelänge die Aufarbeitung der staatsterroristischen Phase in Argentinien, wobei die Zivilgesellschaft eine herausragende Rolle spiele, unterstrich Kaleck.  Aus dem Publikum gab es später Ergänzungen zu den Menschenrechtsverletzungen durch die Operation Condor in Bolivien, Peru und Uruguay.

Auch wenn auf das Konto der Operation Condor vergleichsweise wenige Morde gingen, so bietet das Thema heute doch aufgrund seines grenzübergreifenden Ansatzes die “Chance” zu einer grenzübergreifenden Strafverfolgung. Gespannt darf man auf die Ergebnisse der derzeitig laufenden Großprozesse zur Operation Condor in Buenos Aires und in Rom sein. Das Kapitel ist noch nicht abgeschlossen. Viele Opfer und Angehörige warten noch immer auf Recht und Gerechtigkeit.

Beide Veranstaltungen organisierte und moderierte Werner Würtele vom Lateinamerika-Forum e.V. im Rahmen der Nunca Mais Brasilientage.

Jornadas Brasil-Alemanha: Mega eventos esportivos – suas conseqüências e o redespertar da participação popular

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Às vésperas do inicio da Copa, Wolfgang Kreissl-Dörfler, deputado do Parlamento Europeu pelo Partido Social-democrata, o professor da UFRJ Dr. Carlos Vainer e o jornalista Juca Kfouri abordaram as diferentes perspectivas sobre o assunto que vem norteando debates, protestos e reflexões na sociedade brasileira desde o ano passado.

Kreissl-Dörfler, que trouxe na bagagem a experiência das Olimpíadas de Munique de 1972 e da Copa de 2006 na Alemanha, enfatizou que o povo deve ter mais participação na tomada de decisões do que ocorre ou ocorrerá nas suas comunidades, citou como exemplo, o caso de Munique e os jogos de inverno de 2022. Antes de a cidade lançar sua candidatura, houve um plebiscito e 60% da população votou contra a realização dos jogos.

– Ao prometer melhorias na infra-estrutura da cidade em conseqüência da realização do evento, as pessoas alegaram: “por que é preciso fazer as Olimpíadas para que se invista em infra-estrutura? Então façam isso sem os jogos!” Não deve haver decisão sem participação – disse Kreissl-Dörlfler.

Já o Prof. Dr. Vainer apresentou a teoria da cidade de exceção, dando exemplos de que os eventos esportivos e seus organizadores, como a Fifa e a COI, transformam a exceção em situação, como se vê nos vários exemplos que comprometem o desenvolvimento e a sustentabilidade das sociedades e economias locais. A remoção de cidadãos das suas casas para a construção de instalações cujos benefícios para a região são questionáveis, as restrições do comércio local durante a realização dos jogos e até o desrespeito à soberania nacional de um país (em que vistos de entrada são suspensos para estrangeiros que tenham qualquer relação com o evento) devem ser simplesmente aceitos pois fazem parte das regras dessas organizações?

Para fechar o debate, o jornalista Juca Kfouri disse que a Copa deixará dois legados para a sociedade brasileira. O primeiro dentro dos estádios e o segundo fora. O último será tenso, mas é o que vai valer. A sociedade reflete e exige mais do que se é feito dela pois está se dando conta de que a Copa é um grande negócio para quem a organiza, mas algo perigoso para as cidades que a recebem. A partir dessa consciência, haverá mais debates, reflexões e contestações. Ao mesmo tempo, o questionamento e as críticas em relação ao que se é feito da Copa não vão anular a brasilidade das pessoas e a alegria de torcer pelo país. Kfouri define que essa será uma copa da cidadania.

A conversa continua hoje (7) a partir das 14h na sala 100 do prédio novo da PUC-SP (Rua Monte Alegre, 984), com a mesa redonda Amigos e adversários do regime militar brasileiro na Alemanha e, às 19h30min, na sala 239, com a conferência Energia Nuclear no Brasil e na Alemanha: o Acordo Nuclear de 1976 em questão, em que Jürgen Trittin, deputado do Partido Verde Alemão, atual membro do Comitê de Assuntos Externos do Parlamento e ex-ministro do Meio Ambiente, Preservação da Natureza e Segurança Nuclear, o Prof. Dr. Leonam dos Santos Guimarães, da Fundação Armando Álvares Penteado, assessor da Eletrobras, e Capitão da Reserva da Marinha Brasileira, e Chico Whitaker, membro da Comissão de Justiça e Paz e da Coalizão Anti-Nuclear e co-fundador do Fórum Social Mundial encontram-se para debater o assunto. Venha fazer parte da conversa, a entrada é franca.

 

Jornadas Brasil-Alemanha: 50 anos do Golpe de 1964 – 5 a 7 de maio – PUC-SP

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Cartaz com a programação das Jornadas Brasil-Alemanha

Por ocasião dos 50 anos do Golpe militar de 1964, a PUC-SP realiza um ciclo de debates em que se discutirão aspectos importantes das políticas alemã e brasileira como o acordo Nuclear Brasil-Alemanha assinado em 1975, as políticas para grandes eventos e as relações da Alemanha com a ditadura brasileira.

Data e Local: 5 a 7 de maio, PUC-SP, Campus Monte Alegre, Rua Monte Alegre, 984, Perdizes. São Paulo, SP. Entrada franca.

Programação:

 

5 de Maio (2ª feira): Sessão de Abertura

16h: Registro de participantes – Sala 239, Prédio Novo.

19h- 19h30min:  Abertura – Recepção dos convidados e apresentação do simpósio. Sala 239, Prédio Novo.

Palestrantes convidados:

– Profa. Dra. Mariza Romero, Diretora da Faculdade de Ciências Sociais (FCS).
 
– Prof. Dr. Reginaldo Nasser, Departamento de Relações Internacionais, Faculdade de Ciências Sociais.

 

19h30min – 22h: Conferência de Abertura: O que nos une agora: Brasil e Alemanha 50 Anos depois do Golpe Militar. Sala 239, Prédio Novo.

Palestrantes convidados:
– Dr. Luiz Ramalho, sociólogo, diretor de projetos da Cooperação Alemã: Relações Econômicas e Políticas entre Brasil e Alemanha: continuidades e contradições.
 
– Dr. Thomas Fatheuer, Consultor, ex-diretor da Heinrich Böll Stiftung no Brasil: A solidariedade de organizações da sociedade civil alemãs com os movimentos sociais brasileiros.
 
– Profa. Dra. Marijane Vieira Lisboa, (Departamento de Sociologia, FCS, Programa de Pós Graduação em Geografia da PUC-SP, Comissão da Verdade PUC-SP, Reitora Nadir Gouvêa Kfouri): Justiça de Transição e Cultura da Memória: experiências alemãs e brasileiras.

Moderadora : Profa. Dra. Jeanne Marie Gagnebin (Departamento de Filosofia, Faculdade de Filosofia, Comunicação, Letras e Artes, PUC-SP).

 

6 de Maio (3ªfeira):

19h30min – 22h: Conferência: A Política dos Megaeventos: A Copa e a Olimpíadas Sala 239, Prédio Novo.

Palestrantes convidados:

– Prof. Dr. Carlos Vainer (IPPUR/UFRJ).
 
– Wolfgang Kreissl-Dörfler, deputado do Parlamento Europeu pelo Partido Social-democrata alemão (SPD).
 
– Juca Kfouri, jornalista.

Moderadora: Marilene de Paula (Fundação Heinrich Böll).

Lançamento do livro: “Copa, para quem e para quê? Um olhar sobre os legados dos mundiais no Brasil, África do Sul e Alemanha” (Fundação Heinrich Böll)

 

7 de Maio (4ª feira):

 

14h – 16h: Mesa Redonda: Amigos e adversários do regime militar brasileiro na Alemanha. Sala 100, Prédio Novo.

Coordenação da Mesa: Prof. Dr. Vitor Hugo Klagsbrunn, Departamento de Economia, UFF.

Palestrantes convidados:
– Vitor Sion, Bacharel em Comunicação Social pela PUC-SP e mestrando em Relações Internacionais do Programa Santiago Dantas (Unesp, Unicamp, PUC-SP). Empresas alemãs em apoio à Ditadura.
 
– Rodolfo Machado, Bacharel em Direito pela PUC-SP e mestrando em História da PUC-SP: Ministro da Justiça de Médici na República Federal Alemã: A defesa da Ditadura.
 
– Clemens Schrage, (ex assistente de Botânica da USP, expulso do Brasil em 1969 e anistiado em 1986, exilado na RFA). A atuação dos refugiados/exilados e entidades alemãs na denúncia dos crimes da ditadura e no acolhimento de novos refugiados.
 
– Maurício Santoro, cientista político, Assessor da Anistia Internacional: A atuação da Anistia Internacional Alemã aos refugiados brasileiros.

Comentadora: Profa. Dra. Heloísa Cruz, Departamento de História, FCS, Comissão da Verdade da PUC-SP, Reitora Nadir Gouvêa Kfouri.

 

19h30min – 22h : Conferência: Energia Nuclear no Brasil e na Alemanha: o Acordo Nuclear de 1976 em questão. Sala 239, Prédio Novo.

Palestrantes convidados:

– Jürgen Trittin, Deputado do Partido Verde na República Federal Alemã, atual membro do Comitê de Assuntos Externos do Parlamento e Ministro do Meio Ambiente, Preservação da Natureza e Segurança Nuclear de 1998-2005.
 
– Prof. Dr. Leonam dos Santos Guimarães, Da Fundação Armando Álvares Penteado, assessor da Eletrobras, Capitão da Reserva da Marinha Brasileira.
 
– Chico Whitaker, membro da Comissão de Justiça e Paz e da Coalizão Anti-Nuclear e co-fundador do Fórum Mundial Social.

Moderador: Prof. Dr. Reginaldo Nasser, chefe do Departamento de Relações Internacionais, da FCS, PUC-SP.

 

 

Comissão organizadora:

Profa. Dra. Marijane Vieira Lisboa – Departamento de Sociologia, FCS, Programa de Estudos Pós Graduados de Geografia.

Prof. Dr. Reginaldo Nasser – Chefe do Departamento de Relações Internacionais, FCS.

Profa. Dra. Cláudia Marconi – Vice Chefe do Departamento de Relações Internacionais, FCS.

Vitor Sion – Mestrando em Relações Internacionais pelo Programa Santiago Dantas (Unesp, Unicamp, PUC-SP).

Rodolfo Machado – Mestrando em História pela PUC-SP.

Natália Pascher – Ex aluna de Relações Internacionais pela PUC-SP.

 

Suporte técnico: Assessoria de Relações Internacionais PUC-SP (ARII), Assessoria de Comunicação Institucional (ACI) , Divisão de Tecnologia de Informação DTI, Núcleo de Eventos e Cerimonial.

Promoção: Faculdade de Ciências Sociais, Curso de Relações Internacionais, Departamento de Relações Internacionais, Programa de Estudos Pós Graduados em Geografia, PUC-SP e Programa de Pós-Graduação em Relações Internacionais San Tiago Dantas (Unesp, PUC-SP e Unicamp).

Apoio: Fundação Friedrich Ebert, Fundação Heinrich Böll, Opera Mundi, Centro Alemão de Ciência e Inovação São Paulo, Temporada Alemanha+Brasil 2013-2014, Programa de Educação Tutorial de Relações Internacionais da PUC-SP, Comissão da Verdade da PUC-SP, Reitora Nadir Gouvêa Kfouri.

Vortrag über Situation und Forderungen der Landlosenbewegung in Brasilien am 9.4. in Berlin

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