Veranstaltung: Das Verschwinden der Guerrilla-KämpferInnen von Araguaia Vergangenheitspolitik in Brasilien – 50 Jahre nach dem Putsch

Padrão

Datum: 19.06
Zeit: 19.30 Uhr
Ort: Rosa Luxemburg Stiftung, Franz Mehring Platz 1, Seminarraum 3 (1.
Stock)

Anfang der 1970er Jahre war im brasilianischen Amazonasgebiet eine
Guerillagruppe aktiv. Ihr Ziel war es, den Widerstand gegen die
Militärdiktatur von einer ländlichen Region aus zu organisieren, die
gerade durch Straßen und Bergbau erschlossen wurde. Ende 1974 fielen die
Gueriller@s der Region des Araguaia-Flusses den brasilianischen Militärs
zum Opfer – und “verschwanden”.

Über die Guerrilla von Araguaia ist in Deutschland wenig bekannt. In
Brasilien ist sie nicht nur für eine linke Geschichtsschreibung, sondern
auch für die Aufarbeitung der Vergangenheit im Rahmen der aktuellen
Wahrheitskommissionen zentral.
Zum einen markierte das Auslöschen der Guerrilla von Araguaia einen
Wendepunkt in der Repression der brasilianischen Militärdiktatur: Die
Politik der Folter, der politischen Gefangenschaft und der gezielten
Morde wurde überschritten und die Politik des Verschwindenlassens hier
allgemein und systematisch angewandt.

Bis heute sind die meisten Körper von 70 bis 80 Guerilla-KämpferInnen
noch nicht gefunden worden. Der Interamerikanische
Menschenrechtsgerichtshof hat Brasilien 2010 dazu verurteilt, die
Geschehnisse aufzuklären, die sterblichen Überreste zu suchen und den
Familienangehörigen zu übergeben, Strafverfahren gegen die
Verantwortlichen zu führen und die Gesetzgebung so zu reformieren, dass
dies alles auch möglich ist. Der “Fall Araguaia” wurde so auch zu einem
zentralen Fall für den Kampf gegen das Amnestiegesetz und die
Straffreiheit in Brasilien.

In der Veranstaltung wird Janaina Teles über die Geschichte der Guerilla
von Araguaia berichten und deren Bedeutung für die aktuelle
Vergangenheitspolitik in Brasilien zur Diskussion stellen.

Janaina Teles ist Historikerin und forscht seit vielen Jahren zur
Geschichte der Militärdiktatur und der Repression in Brasilien – und hat
auch die Geschichte der Guerrilla von Araguaia aufgearbeitet. Ihre
Familie war selbst von Folter, politischer Gefangenschaft und
Kindesentführung betroffen und hat sich zur Wehr gesetzt – und
erfolgreich eine Zivilklage gegen ihren Folterer Carlos Ustra geführt.

Referentin: Janaina Teles

Referentin: Janaina Teles

Die Veranstaltung wird konsekutiv übersetzt

Eine Veranstaltung in Kooperation des FDCL (Forschungs- und
Dokumentationsstelle Chile Lateinamerika), der Rosa Luxemburg Stiftung
und des Lateinamerika-Instituts der FU Berlin

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