VORTRAG MIT DISKUSSION: BEFRIEDUNG ODER DEMOKRATISIERUNG?

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POLIZEIGEWALT IN DEN FAVELAS VON RIO DE JANEIRO

Rocinha Lateinamerikas größte Favela - Foto: Agência Brasil / Tânia Rêgo (CC BY 3.0 BR)

Rocinha Lateinamerikas größte Favela – Foto: Agência Brasil / Tânia Rêgo (CC BY 3.0 BR)

DO, 29. MAI 2014 | 19:00 UHR | ORT: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 BERLIN

Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Jailzon de Souza e Silva, Gründer und Leiter des Observatório de Favelas, Favela Maré (von der Armee besetzt); Maja Liebing, Amnesty International, Heiner Busch, CILIP; Moderation: Lutz Taufer, Vorstand Weltfriedensdienst e.V.

Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
Sprache: Portugiesisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche I Eintritt frei
Eine Veranstaltung des Weltfriedensdienstes in Kooperation mit Misereor im Rahmen der Nunca Mais Brasilientage.

Nach der Ermordung des Maurers Amarildo Souza durch die Befriedungspolizei UPP (Unidade de Polícia Pacificadora) in der Favela Rocinha gingen Favela-Bewohner (Morro) und Mittelstand (Asfalto) 2013 erstmals gemeinsam auf die Straße und protestierten gegen die brutale Polizeigewalt. Anwohner_innenvereine, linke Gruppen und Teile der brasilianischen Zivilgesellschaft mobilisierten mit der Kampagne „Wo ist Amarildo?“ die Öffentlichkeit und forderten die Aufklärung des Verbrechens. Der 43-jährige Familienvater war auf der Wache gefoltert und ermordet worden.

Amarildos Geschichte ist kein Einzelfall. Täglich kommen bei Polizeieinsätzen in Brasilien fünf Zivilist_innen ums Leben. Die Opfer sind in der großen Mehrzahl schwarz, jung, männlich und wohnen in der Favela. Das brutale Vorgehen während der Massendemonstrationen vom Sommer 2013 rückte das Problem der exzessiven Polizeigewalt einmal mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit und lässt für mögliche Proteste während der anstehenden Fußballweltmeisterschaft Schlimmes befürchten. Inzwischen wurde die Favela Maré in Rio von der Armee besetzt.

Viele Brasilianer fordern eine Reform, eine Demokratisierung des Polizeiapparats, der sich in Struktur, Ausbildung und Mentalität seit dem Ende der Militärdiktatur kaum verändert hat. Können wir in Deutschland über die Gewaltexzesse der brasilianischen Polizei hinwegsehen? Welche Rolle spielen internationale Akteure wie die FIFA, was muss von ihnen gefordert werden? Wie könnte eine demokratisch strukturierte und funktionierende Polizei aussehen?

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